Heute am 17.12.

Fotos: Sylvia Waldfrau

Man könnte eher an Ostereier suchen denken, als an Weihnachtsgeschenke einpacken, so warm ist heute hier. Wir haben Fön und im Garten blühen die Primeln und die ersten grünen Spitzen der Schneeglöckchen schieben sich aus der Erde und Kräuter wachsen auch noch nach.

Null Weihnachtsstimmung. Wir saßen eine Stunde mit einem Kaffee im Park auf der Bank in der Sonne und haben uns gebräunt. Seltsam diese Stimmung eine Woche vor Weihnachten:

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Kunst im Park

Fotos: Sylvia Waldfrau

Einen Katzensprung weit entfernt von uns liegt ein schöner Park mit alten Bäumen und vielen Blumen im Gelände einer psychiatrischen Klinik. Dort sind auch viele Werke der Patienten aufgestellt und in den Werkstätten kann man schöne handgemachte Kleinigkeiten kaufen. Im Park sind viele meiner Fotos entstanden. Hier ein kleiner Spaziergang durch den Park mit der Kunst:

Das Busdenkmal erinnert an die vielen Patienten, die im 3.Reich aus der Klinik per Bus abgeholt und dann umgebracht wurden.

Reisen in Irland

Zum Abschluß meiner Erinnerungsreisen Irland möchte ich noch ein paar Reisen für das südliche Irland empfehlen die sich für Besucher lohnen.

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Der Ring of Kerry hat atemberaubende Ausblicke auf die Küste. Die Rundfahrt um den Ring Of Kerry beginnt in Killarney. Kaum hat man den Ort verlassen, schlängelt sich die Straße durch dichte Wälder entlang der großen Seen des Killarney National Parks hinauf zum Moll’s Gap. Unterwegs lohnt ein Halt am Aussichtspunkt Ladies View, von wo aus man das Seengebiet bei Killarney überblicken kann. Der erste Ort auf der Strecke ist Kenmare, ein Marktflecken auf dem es im Vergleich zu Killarney etwas beschaulicher zugeht. Das malerische Örtchen liegt in der geschützten Kenmare Bay  und ist ein idealer Ausgangspunkt für Besucher, die sowohl den Ring of Kerry als auch den Ring of Beara befahren möchten.

Ich persönlich mag  allerdings den „Ring of Beara“ mehr. Er ist wilder und weniger touristisch überlaufen:

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Steile, zerklüftete Klippen, tiefe Schäreneinschnitte und sanft ansteigende Wiesen sowie Steinmauern und Hecken bestimmen die Landschaft.  Die Beara Halbinsel ist wohl die wildeste und romantischste der fünf Halbinseln im Südwesten Irlands. Der Ring of Beara führt von Kenmare bzw. Glengariff durch die wunderschöne, naturbelassene Landschaft der Beara Halbinsel. Sobald Sie sich etwas von der Küste entfernen, geht es stehts bergauf zum Beispiel über den spektakulären Healy Pass, der auf 300 Höhenmetern über die bis zu 685 Meter hohen Caha Mountains führt und unvergessliche Ausblicke bietet.

Healy Pass Irland

Sehr unscheinbar am Rande des Ring of Beara liegt Derreen Garden. Der Park liegt größtenteils im Wald, und vor allem die vielen einheimischen und exotischen Bäume beeindrucken uns. Besonders interessante Exemplare sind ausgeschildert, und mit unserem Führer in der Hand entdecken wir diverse Pflanzenarten, die wir noch nie gesehen hatten.

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Dem Waldstück neben dem Park ist mein letzter Beitrag „Eine Reise lang zuvor“ gewidmet.

Elfenwald

Sehenswertes sind Kenmare ebenso wie der Ort Eyeries, dem wohl buntesten Dorf Irlands nahe des Kenmare Rivers. Hier ist jedes Haus in einer anderen knallbunten Farbe gestrichen, was einen reizvollen Kontrast zum felsig-kargen Landschaftsbild um den Ort herum ergibt. Zu den historischen Ausflugszielen der Halbinsel gehören ein imposanter Steinkreis in Ardgroom sowie in Castletownbere die Ruinen von Dunboy Castle und Puxley Castle.

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Eyeries, wo auch unser damalige Haus steht.

Dunboy Castle:

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Bei Allihies an der Westküste der Halbinsel finden Sie nicht nur einen schönen Sandstrand in herrlicher Szenerie, sondern man kann auch das Kupferminen Museum besuchen. Früher konnte man in die Stollen der Mine einsteigen. Das war gefährlich, aber wir haben es gewagt und wurden mit spektakulären Seen und Höhlen in kupfergrünen Tönen belohnt. Inzwischen sind sie gesperrt.

Allihies

 

Eine Reise lang zuvor

Fotos: Sylvia Waldfrau

 

 

P1040998Erinnerungsreise

Klänge von Musik eröffnen den Traum, die Reise in den Kopf. Türen öffnen sich wieder, Erinnerungen tauchen auf, sanft und leise. Alles erscheint wieder gewaltig vor dem inneren Auge, der Weg ist hell und klar.

Das Meer rauscht leiser werdend bei jedem Schritt ins sanfte Grün des Schattens, vorbei geht es bedächtig an den weisen alten Bäumen mit ihrer zerknitterten Haut, ihrer zersausten Wildheit und dem samtenen Moos zu ihren Füßen. Ein Märchenreich. Im Licht und Schatten scheinen die Feen und ihre Königin zu schweben. Die bemoosten Steine sind ihr Garten, die Baumwipfel ihr Schloss. Wie Dome ragen die Wipfel in den Himmel mit ihren gewaltigen Kronen voller Geheimnisse. Wie Säulen von Tempeln strecken sich die Äste in den Himmel. Tempel zu Ehren der Schöpfung.

Weiter langsam und bedächtig. Lautlos der Schritt, versinkend im Moos. Da, der Bach erglitzert weich im Lichtspiel der brechenden Sonnenstrahlen. Leise plätschert er vor sich hin, Geschichten erzählend von der weiten Reise, von der klaren Luft der Berge, dem sanften Wiegen des Moorgras, von peitschendem Wind und rauschenden Fall, vom kühlen Schatten der Wälder und vom monotonen Rauschen des Regens, von der reglos erstickenden Stille des Nebels. Uralt und doch immer neu klingt die Weise des Baches die er singt.

Die bemoosten Steine lauschen unendlich geduldig, die, die manchmal einen kleinen Teil, einen Sandkorn mit auf die Reise geben, zu fernen Stränden, zum Meer. Der Farn neigt seine zarten Spitzen, erzittert im leichten Wind, lauscht auch geduldig dem Plätschern. Ergeben und doch voller Kraft neigt sich das satte Grün zum Wasser und zum Licht.

Jede Sekunde ist voller Macht, eine stille unendlich sanfte Macht. Der ewige Kreislauf. Es nimmt die Angst vor dem Sterben. Was kann es Schöneres geben als Teil dieses Kreislaufs zu sein und auf die Reise zu gehen.  Teil dieser satten dunklen Erde zu sein, durch die Wurzeln dieser Dome emporzustreben, im hellen grün der Blätter über die wogende Weite zu sehen, Schatten zu spenden und Kühle, sanft im Festgewand aller Farben hinab zu schweben, vom Wind getragen zu werden., auf den Wirbeln im Wasser zu reiten, zu tanzen zu diesen Klängen, einzutauchen in das klare kühle Wasser, zart verblassend zu Erdfarben werdend, mitgetragen von Millionen glitzernden Tropfen, weich dahinschwebend an einen neuen Ort. Nahrung zu sein, Teil des ewigen Kreislaufs. Staub zu sein im Universum.

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Fotos: Sylvia Waldfrau

Warten auf Schnee

Fotos: Sylvia Waldfrau

Wir haben kein winterliches Wetter, die Sonne scheint wie im Herbst. Im meinem Garten blühen gerade schon die Primeln. Letztes Jahr kam der Schnee auch erst im Januar. Er kommt immer später. Meine Schildpattkatze liebt ihn auch sehr. Ich mag jetzt Schnee haben, damit es endlich so aussieht wie im vergangenen Jahr:

 

Irlandreise II Zwei Welten

Zur „Flead Cheoil na hEireann“ in Letterkenny  mussten wir durch Nordirland fahren. Flead Cheoil ist ein Musikwettbewerb irischer Musiker und Sänger und findet jedes Jahr im August in verschiedenen Städten und Counties statt. Es ist das größte Musikfestival Irlands und die Teilnehmer kommen aus aller Welt um teilzunehmen. Für Musikliebhaber eine wundervolle Chance die ganze Bandbreite irischer Musik kennen zu lernen. Aber da wir im Südwesten wohnten mußten wir ganz Irland durchqueren um nach Donegal zu gelangen. Die kürzeste Route führte durch Nordirland. Um Zeit zu sparen nahmen wir diese, was wir aber dann später bereuten.

Gleich nach der schwer bewachten Grenze zu Nordirland lag ein ausgebrannter Jeep am Straßenrand und uns war schlagartig klar, dass wir uns auf Kriegsgebiet befanden. Überall englisches Militär, Betonsperren, Stacheldraht und Straßensperren, geteilte Stadtviertel und triste Straßen, mit wenigen Menschen. Zu dieser Zeit war der Konflikt noch voll zugange und es gab auch noch jede Menge Straßenkämpfe und Bombenanschläge. Hier ein Musikvidio, dass die Situation in Nordirland drastisch zeigt:

Das dunkle Kapitel Irlands wurde uns bildhaft vorgeführt. Die Atmosphäre ließ uns erstarren. Ständige Kontrollen von schwer bewaffnetem Militär taten das Übrige dazu, dass wir uns sehr unbehaglich fühlten. So fuhren wir ohne Zwischenstop Richtung Norden und Erleichterung kam erst hoch als wir die Grenze nach Donegal überquerten.

Nach der schrecklichen Fahrt durch Ulster konnte der Gegensatz nicht krasser sein. Letterkenny empfing uns fröhlich und mit Musikern aus aller Welt.

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Die Stadt war voller Leben, Straßenmusiker an allen Ecken und in allen Pubs gab es Live-Musik. Zehn Tage irische Musik pur. Es ist erstaunlich wie lebendig die alten Lieder immer noch geblieben sind. Und alle können die oft ellenlangen Texte auswendig.

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In allen öffentlichen Gebäuden finden die Wettbewerbe statt. Wir konnten uns nur schwer entscheiden, was wir uns anschauen beziehungsweise anhören wollten.

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Die irischen Harfenmusik hat es uns zuerst angetan. Wundervolle Harfen, zauberhafte Klänge, wir waren begeistert.

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So verbrachten wir einige Tage im Festivalrausch und versuchten alle Compitions zu besuchen. Besonders beeindruckt waren wir vom Gesang und dem Lilting. Einiges, wie warpipes und whistling wirkte etwas kurios auf uns. Man erzählte uns, dass die Bevölkerung früher oft zu arm für Instrumente war und so wurde viel improvisiert.

Selbst ganz junge Leute nahmen daran teil. Überall spielten Bands in und außerhalb der Kneipen. Die alten Balladen sind natürlich am beliebtesten:

Wir trafen viele junge Menschen aus aller Welt. Auf einer großen Wiese war ein Parkplatz angelegt, dort standen Zelte und wir mitten drin mit unserem VW-Bus. Auch da wurden wir abends in den Schlaf gesungen. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Das Musikfestival ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Loslassen / Ein Traum

Als ich heute dieses Bild sah, da fiel mir ein Traum ein, den ich vor langer Zeit hatte und nie vergessen habe. Ich sehe ihn noch vor mir, als wäre es erst gestern gewesen.

Mir träumte ich ging einen langen schmalen Feldweg zwischen Wiesen entlang, der langsam zu einem Hügel aufstieg. Am Hang über mir standen Reihen von Frauen mit langen Bahnen von rotem Stoff in erhobenen Händen und sie schwenkten das wallende Rot über ihren Köpfen. Ich wandelte den Weg entlang und konnte meinen Blick nicht von dem Spiel des Stoffes im Wind und den weichen Bewegungen der fröhlich lachenden Frauen wenden. Sie hoben und senkten die Arme und das sanfte Flattern der Stoffbahnen erinnerte an Wellen des Meeres. Dann ließen die Frauen die Bahnen los und sie schwebten einige Zeit im Spiel des Windes über die Wiese und ich erwachte.

Loslassen und Trennung ist gerade mein Thema. Eine immer wiederkommende Aufgabe die immer wieder geübt werden muss.

Trauer und Neugier auf den Aufbruch in ein neues Leben wechseln sich ab wie das Auf und Ab der wallenden roten Stoffbahnen im Wind.

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Reisen in Irland Teil I

Zur Einstimmung hier etwas gälische Musik:

 

GLENDALOUGH

Der Grund, warum Glendalough die Seele berührt, ist die Lage im Herzen des Wicklow Mountains National Park und die Mystik des Ortes. Zentrum und Blickfang ist der über 30m hohe Rundturm. 600 Jahre lang stand die Anlage, in seiner Blüte. Danach kamen die Engländer und zerstörten sie grösstenteils. Übrig blieben, neben dem Rundturm, nur noch wenige Grabmale und frühchristliche Ruinen. Einst sollen bis zu 3.000 Menschen die Stadt bevölkert haben. Sieben Kirchen wurden gebaut. Vornehmlich Gelehrte und Mönche liessen sich zwischen den zwei Seen nieder und lehrten nach den Grundsätzen der iroschottischen Kirche.

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Eines unserer schönsten Erlebnisse auf unseren Reisen mit dem VW Bus durch Irland war unser Besuch von Glendalough. Damals durfte man noch überall mit dem Bus übernachten und es war keine Touristenzeit, so dass alles einsam und verwunschen vor uns lag. Wir kamen abends an und sofort nahm uns dieser romantische Ort in seinen Bann. In Stille und bewegt wandelten wir durch die Ruinen, versuchten Inschriften auf verfallenen Grabsteinen zu lesen und staunten über die dicken Steinmauern der Gebäude.

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Hinter uns die Ruinen und vor uns den nahen stillen See, so waren wir umgeben von Geschichte. Der heilige Kevin zog sich hier einst zurück und daraus entwickelte sich dann eine Klosteranlage. Neben dem Rundturm, einer Kapelle, dem Friedhof und den diversen Ruinen gibt es auch ein Keltenkreuz St. Kevin’s Cross ist eigentlich ein typisches Hochkreuz, es fehlen aber die Ornamente und es enthält keine bildliche Darstellung der biblischen Geschichte. Man denkt, dass das Kreuz bemalt war diese im Laufe der Zeit aber wegerodierte.

Es war ein sehr ruhiger Abend, mein Partner sang ein paar gälische Lieder und dann war es sehr still in dieser Nacht am See. Wir schliefen dort wunderbar tief und traumlos. Kein Geist aus uralten Zeiten störte unseren Schlaf.

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Morgens stiegen die Nebel aus dem See und neben den halb umgefallenen Grabsteinen, mit Blick auf den unbewegten See, tranken wir schweigend und ehrfurchtsvoll unseren Tee in mystischer Atmosphäre. Romantik pur.

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Ein wundervoller Ort den man unbedingt bei einem Irlandbesuch aufsuchen sollte.

 

 

Spaziergang 5.Dezember

Fotos: Sylvia Waldfrau

Heute war ich lange unterwegs um den Kopf frei zu bekommen. Es ist wenig winterlich, es regnete heute Nacht, nun ist es trüb draußen. Das passt zu meinem Gemüt. Das Fotografieren lenkte mich ab:

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Nachbars Katze scheut nasse Füße und saß auf dem Autodach und die Rose ließ den Kopf hängen, war aber immer noch zart und schön. Meine Katzen begleiteten mich wie so oft: