7 auf einen Streich

Titelfoto: Sylvia Waldfrau

Ich habe eine Klatsche die riecht nach Tod. Wenn ich sie heraushole, habe ich das Gefühl die Fliegen verkriechen sich sofort. Noch nie habe ich sieben auf einen Streich erschlagen, aber das kann ja noch werden 🙂

Eigentlich bin ich Pazifistin und teile die Einstellung der Buddhisten kein Lebewesen zu töten. Es gibt nur zwei Sorten von Insekten, bei denen werde ich zur Mörderin. Das sind Schnaken und grünlich schillernde Fliegen. Dafür ist meine Klatsche die beste Waffe, ein Schlag und sie sind sofort mausetot. Am Anfang war eine Sonnenblume darauf angebracht, wohl um diese tödliche Waffe zu tarnen und ihr einen friedlichen“Flowerpower“Anstrich zu geben. Nach dem Motto: „Make Love not war“ Wer möchte aber schon auch noch für die Vermehrung dieser Plagegeister sorgen und  dann ihrem nächtlichen Singsang lauschen 😦 ?

Leider fiel dieses Blümchen aber ab und nun ist es eine nackte Tatsache: dies Teil ist mörderisch. Gestern entdeckte ich zwei Mücken in der Küche, die mir unbekannt waren. Ich erschlug sie, wollte keine Bekanntschaft oder gar Freundschaft schließen. Im Nachhinein dachte ich, ich hätte sie einfangen sollen, ihr Körper sah getigert aus und sie waren etwas größer als unsere heimischen Schnaken. Man hört ja jetzt von gefährlichen Arten die einwandern. Leider sind sie nun Mus und nicht mehr zu erkennen. Da ich lange in der Rheinebene gelebt habe und die Schnaken dort mehrfach stechen und sehr blutrünstig sind, konnte ich mich da in der Kunst der Vernichtung aus Selbsterhaltungstrieb üben.

Sieben auf einen Streich heißt es im Märchen vom tapferen Schneiderlein der Gebrüder Grimm und ich kann ihn gut verstehen:

Indes stieg der Geruch von dem süßen Mus hinauf an die Wand, wo die Fliegen in großer Menge sassen, so dass sie herangelockt wurden und sich scharenweise darauf niederließen. „Ei, wer hat euch eingeladen?“ sprach das Schneiderlein und jagte die ungebetenen Gäste fort. Die Fliegen aber, die kein Deutsch verstanden, ließen sich nicht abweisen, sondern kamen in immer grösserer Gesellschaft wieder. Da lief dem Schneiderlein endlich, wie man sagt, die Laus über die Leber, es langte aus seiner Hölle nach einem Tuchlappen, und „wart, ich will es euch geben!“ schlug es unbarmherzig drauf. Als es abzog und zählte, so lagen nicht weniger als sieben vor ihm tot und streckten die Beine. “

Akelei

Die Akelei ist vielen als verspielte Gartenpflanze bekannt, sie wächst aber auch wild in Waldlichtungen, vor allem in Süddeutschland.  Sie spielte bereits im Mittelalter eine wichtige Rolle in der Medizin. Außerdem ist sie auf vielen Tafelgemälden dieser Zeit zu sehen. Aufgrund ihrer extravaganten Blütenform wird sie auch Elfenschuh, Zigeunerglocke oder Narrenkappe genannt. Ich finde sie sehr apart und habe einige davon im Garten. Sie säen sich selbst aus, wenn man die Geduld hat die Samenkapseln reifen zu lassen. So vermehren sie sich sehr einfach und bereichern die Blumenbeete mit ihren zarten Farben und feinen, hohen Stengeln.

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Erinnerungen

Titelfoto: Familienausflug, meine Mama und wir drei Geschwister

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Auf vielen meiner alten Kinderfotos habe ich einen Wildblumenstrauß in der Hand oder bin gerade beim Blumen pflücken. Oben mit Großvater und meinem Bruder.

Heute fotografiere ich vor allem die Blumen und Pflanzen. Mit meinem Vater war ich früher oft auf Streifzügen in der Natur unterwegs und er machte mich auch auf viele kleinen Wunder aufmerksam. Beim Durchschauen alter Fotos am Muttertag entdeckte ich, dass es später einige sehr ähnliche Aufnahmen mit meiner Tochter gibt. So gibt eine Generation der nächsten ihre Vorlieben weiter.

Mein Vater und ich:P1090021Mein Vater mit meiner Tochter:P1090051

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Quittenblüten

Heutzutage ist die Quitte ziemlich unbekannt, aber unsere Mütter und Grossmütter haben die Quitte noch sehr geschätzt und daraus im Winter Quittenmus und Quittenbrot hergestellt, letzteres eine süssherbe Köstlichkeit, die zusammen mit Keksen auf dem Weihnachtsteller lagen.

Die Quitte ist ausserdem eine Frucht mit grosser Heilkraft. Sie stärkt die Verdauung, hilft gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. Vor allem die Samen der Quitte werden in der Volksheilkunde eingesetzt.

 

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Sound of Silence

Fotos von Cuba: Sarah Waldfrau

 

Klang des Schweigens

Hallo Nacht, mein alter Freund –
ich rede gern mit dir erneut,
weil Visionen sanft mich trafen;
setzten mir ihre Saat beim Schlafen.
Und die Vision, die gesät ist in mein Hirn,
bleibt noch drin,
mitten im Klang des Schweigens.

In schwerem Traum ging ich allein
enge Gassen, Pflasterstein;
unter einem Laternen-Licht
schloss ich meinen Kragen dicht.
In meine Augen stach ein Blitz voller Neon-Pracht,
brach durch die Nacht
und traf den Klang des Schweigens.

Und in dem nackten Licht sah ich
zehntausend Leute dicht an dicht.
sie reden und sagen nichts aus,
hören, doch machen sich nichts draus.
Leute schreiben Songs, die niemals jemand singt,
und niemand bringt’s
zu stör’n den Klang des Schweigens.

„Narren!“ sag ich, „wisst ihr nicht,
Schweigen trägt den Krebs in sich.
Hört auf das, was ich euch geb‘,
greift meinen Arm, der fest euch trägt.“
Doch meine Worte tropften leise,
verhallten hohl im Schlund des Schweigens.

Und die Leute rühmten kalt
ihr goldenes Neon-Kalb.
Und vom Himmel blitzt‘ die Warnung,
formt‘ Worte voller Bedeutung.
Sie lauten: „Lies die Worte der Weisen,
gesprayed an U-Bahn-Wällen
und dunklen Stellen –
sie stimmen ein ins Lied des Schweigens.“

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