Moos

Moos

Hast du schon jemals Moos gesehen?
Nicht bloss so im Vorübergehen,
so nebenbei, von oben her,
so ungefähr –
nein, dicht vor Augen, hingekniet,
wie man sich eine Schrift besieht?
Oh Wunderschrift! Oh Zauberzeichen!
Da wächst ein Urwald ohnegleichen.
Mit krausen Fransen, spitzen Hütchen,
mit silbernen Trompetentütchen,
mit wirren Zweigen, krummen Stöckchen,
mit Sammethäärchen, Bluetenglöckchen,
und wächst so klein und ungesehen –
ein Hümpel Moos.

Wer weiß, was alles hier geschieht,
was nur das Moos im Dunkeln sieht:
Kein Wort verrät das Moos.
Und riesengross die Bäume stehen.
Hast du schon jemals Moos gesehen?

Siegfried von Vegesack  (gekürzte Fassung)

Fotos: Sylvia Waldfrau

p1120565p1010859-001p1010740p1080436p1010322p1010204

<p1130502p1010187p1010868-002

p1120446p1010869p1010865-001p1130058p1130631p1010189

Schneezauber

Schweigende Winterwelt –
kaum daß ein Stäubchen fällt
vom schneeschweren Zweig.
Flimmerndes Schneegefild’,
spielenden Lichtes Zauberbild –
ein kristall’nes Märchenreich.
Flüchtender Vogel in froststarrer Höh’.
Knirschende Schritte im tiefen Schnee.
Ruhende Winterwelt.
Kaum daß ein Flöckchen fällt
vom schneeschweren Zweig.

Dr.Carl Peter Fröhling

Fotos: Sylvia Waldfrau

p1010472p1010503-001p1010606p1010624p1010650p1010501p1010727p1010612p1010644p1010673p1010696p1010698p1010614p1010662p1010668p1010654p1010707p1010635p1010671p1010720p1010732p1010714p1010719

Winteridylle

An den Winter
Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär‘ es Sand!
Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut;
Sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.
Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt‘ im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!

Elisabeth Kulmann

Fotos: Sylvia Waldfrau

p1020025p1010899-001p1010484p1010479p1010417p1010433p1010457p1010498p1010572p1010799p1010589p1010590p1010445p1010571p1010822p1010578p1010583