Giganten

Fotos: Sylvia Waldfrau

Nur eine Stunde im grünen Wald

Nur eine Stunde von Menschen fern,
Nur eine einzige Stunde!
Statt der tönenden Worte des Waldes Schweigen,
Statt des wirbelnden Tanzes der Elfen Reigen,
Statt der leuchtenden Kerzen den Abendstern,
Nur eine Stunde von Menschen fern!

Nur eine Stunde im grünen Wald,
Nur eine einzige Stunde!
Auf dem schwellenden Rasen umhaucht von Düften,
Gekühlt von den reinen balsamischen Lüften,
Wo von ferne leise das Echo schallt,
Nur eine Stunde im grünen Wald!

Nur eine Stunde im grünen Wald,
Nur eine einzige Stunde!
Wo die Halme und Blumen sich flüsternd neigen,
Wo die Vögel sich wiegen auf schwankenden Zweigen,
Wo die Quelle rauscht aus dem Felsenspalt,
Nur eine Stunde im grünen Wald!

Auguste Kurs

(1815 – 1892), deutsche Dichterin

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Wald

Bäume könnten uns lehren
uns dem Wind des Lebens
hinzugeben

Anke Maggauer-Kirsche

Die Bedeutung von Silvia/Sylvia wird oft als Königin des Waldes oder Herrin des Waldes angegeben. Ich liebe den Wald und Bäume. Mein Name wurde mir also zu Recht gegeben. Nichts beruhigt mich mehr als das Spiel von Licht und Schatten, das Sonnenlicht, das durch die Blätter blinzelt, die Ruhe, der Geruch von Moos und Laub. Mein Name wird nun also mein Programm, nun da es schön wird in der sommerlichen Wärme in den Schatten des Waldes einzutauchen.

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Eine Reise lang zuvor

Fotos: Sylvia Waldfrau

 

 

P1040998Erinnerungsreise

Klänge von Musik eröffnen den Traum, die Reise in den Kopf. Türen öffnen sich wieder, Erinnerungen tauchen auf, sanft und leise. Alles erscheint wieder gewaltig vor dem inneren Auge, der Weg ist hell und klar.

Das Meer rauscht leiser werdend bei jedem Schritt ins sanfte Grün des Schattens, vorbei geht es bedächtig an den weisen alten Bäumen mit ihrer zerknitterten Haut, ihrer zersausten Wildheit und dem samtenen Moos zu ihren Füßen. Ein Märchenreich. Im Licht und Schatten scheinen die Feen und ihre Königin zu schweben. Die bemoosten Steine sind ihr Garten, die Baumwipfel ihr Schloss. Wie Dome ragen die Wipfel in den Himmel mit ihren gewaltigen Kronen voller Geheimnisse. Wie Säulen von Tempeln strecken sich die Äste in den Himmel. Tempel zu Ehren der Schöpfung.

Weiter langsam und bedächtig. Lautlos der Schritt, versinkend im Moos. Da, der Bach erglitzert weich im Lichtspiel der brechenden Sonnenstrahlen. Leise plätschert er vor sich hin, Geschichten erzählend von der weiten Reise, von der klaren Luft der Berge, dem sanften Wiegen des Moorgras, von peitschendem Wind und rauschenden Fall, vom kühlen Schatten der Wälder und vom monotonen Rauschen des Regens, von der reglos erstickenden Stille des Nebels. Uralt und doch immer neu klingt die Weise des Baches die er singt.

Die bemoosten Steine lauschen unendlich geduldig, die, die manchmal einen kleinen Teil, einen Sandkorn mit auf die Reise geben, zu fernen Stränden, zum Meer. Der Farn neigt seine zarten Spitzen, erzittert im leichten Wind, lauscht auch geduldig dem Plätschern. Ergeben und doch voller Kraft neigt sich das satte Grün zum Wasser und zum Licht.

Jede Sekunde ist voller Macht, eine stille unendlich sanfte Macht. Der ewige Kreislauf. Es nimmt die Angst vor dem Sterben. Was kann es Schöneres geben als Teil dieses Kreislaufs zu sein und auf die Reise zu gehen.  Teil dieser satten dunklen Erde zu sein, durch die Wurzeln dieser Dome emporzustreben, im hellen grün der Blätter über die wogende Weite zu sehen, Schatten zu spenden und Kühle, sanft im Festgewand aller Farben hinab zu schweben, vom Wind getragen zu werden., auf den Wirbeln im Wasser zu reiten, zu tanzen zu diesen Klängen, einzutauchen in das klare kühle Wasser, zart verblassend zu Erdfarben werdend, mitgetragen von Millionen glitzernden Tropfen, weich dahinschwebend an einen neuen Ort. Nahrung zu sein, Teil des ewigen Kreislaufs. Staub zu sein im Universum.

Irland 1980

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Irishe Wildnis Irlandurlaub 2007 TraumwaldP1040579CIMG1498

Fotos: Sylvia Waldfrau